Das Jahr 2010 hat begonnen und auch die Aussichten sind noch nicht so trüb, wie sie für 2009 waren.
Sicherlich wird es dieses Jahr noch nicht den riesigen Aufschwung geben, der nötig wäre, um die Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen und diverse Wirtschaftszweige werden auch klar weiterhin arg zu kämpfen haben.
Denken wir hier an die Automobilindustrie, die durch die “Abwrackprämie” im Jahr 2009 schon gut unterstützt wurde. Aber nun sind die Autos gekauft und in dem gleichen Umfang ist der Markt also auch gesättigt.
Ergo: 2010 werden wohl nicht mehr so viele Automobile gekauft, als dies durch die Abwrackprämie ausgelöst wurde.
Aber mal von der nationalen und internationalen Wirtschaftslage abgesehen, sind die Aussichten für den Kleinbetrieb, den ich unter anderem führe, nicht so schlecht, wie erwartet.
Sicherlich war das Jahr 2009 spürbar weniger gewinnbringend, als noch ein Jahr zuvor, allerdings dennoch auf hohem Niveau; zumindest höher, als ursprünglich erwartet.
Und für 2010 kündigen sich auch schon jetzt Aufträge an, die den Umsatz nicht sofort einknicken lassen, sondern eher zu einem höheren Volumen führen.
Man kann also gespannt sein, wie sich alles entwickelt.
Bleibt an dieser Stelle jedenfalls zu hoffen, dass nicht ein noch größeres Finanzloch entsteht, als es 2009 der Fall war.
Für alle “Wackelkandidaten”, sprich Unternehmen, die es bis in dieses Jahr “gerade so” geschafft haben und auch deren Angestellten und Arbeiter bleibt zur Zeit nur die Hoffnung, auch dieses Jahr mit einem oder vielleicht zwei blauen Augen davon zu kommen.
Schmerzlich war es jedenfalls allemal, auch für die Gesellschaft, die mit steigender Arbeitslosenzahl mehr Aufwand betreiben muss.
Und dass alles bei geplanten Erhöhungen der Sozialabgaben, die eventuell niedrigeren Sozialausgaben.
So zumindest die ersten öffentlichen Überlegungen der Regierung.
Das diese Pläne allerdings auch eine schallende Ohrfeige für die arbeitenden Menschen in diesem Land sind, braucht man ja nicht unbedingt im Detail erwähnen.
Man fragt sich dazu aber auch immer wieder: “Merken die noch was?”
Wobei mit “die” alle Regierenden dieses Landes gemeint sind. Angefangen von kommunalen Verwaltungen bis hin nach Berlin.
Aber das ist ja immer für den einzelnen Menschen individuell zu sehen, je nach dem, wie stark er belastet oder entlastet wird. In Abhängigkeit seiner persönlichen Lage und dem Vermögen, welches er besitzt.
Nun, allen recht machen, kann man es nie. Bei keinem Thema. Aber die steigende Ungerechtigkeit, mit der die Regierung dem “noch” arbeitenden Menschen immer tiefer in die Tasche greift, zeitgleich aber an anderen Stellen Unsummen an Steuergeldern sinnlos verbrannt wird – ein Blick in das “Schwarze Buch des Bundes der Steuerzahler” ist amüsant, schockierend und wutfördernd zugleich -, macht einen persönlich nicht gerade zuversichtlicher für die Zukunft. Vom unglücklich sein mal ganz abgesehen.
Ich für meinen Fall sehe noch eine positive Tendenz für meine Person, wobei sich das aber auch täglich ändern kann. Schlagartig.
Und man ist dann plötzlich einer von vielen, die versuchen, eine neue Arbeit zu finden. Wie das in den letzten Jahren ja mehrfach deutlich in den Medien zu sehen war. Und gerade auch bei Unternehmen, bei denen man das eher nicht vermutet hätte.
Bleibt zu hoffen, dass die Regierung mithelfen wird, die Wirtschaft in einer möglichst sozial gerechten Art und Weise wieder voranzubringen, anstelle mit Versprechungen und Taten dem Volk nicht mehr Geld in den Geldbeutel zu legen, sondern unterm Strich weniger übrig zu lassen.
Denn das ist aktuell wohl “mal wieder” eher abzusehen, als dass den Menschen tatsächlich übrig bleibt, um sich Butter anstelle Margarine kaufen zu können und ab und zu mal ein Stück “echtes” Fleisch zu gönnen, als immer nur den “Billigaufschnitt” aus dem Discounter (krass formuliert, aber bitte nicht persönlich nehmen).
Es ist ja auch so einfach, der “Masse” Geld abzunehmen, als den “Besserverdienern”.
Denn wie war das noch mal:
Wir jammern auf hohem Niveau und solange noch mehr gekauft werden kann, als lediglich Lebensmittel und Kleidung, kann man auch mehr Steuern bezahlen. Klingt frech, wird aber regelmäßig durch neue Verordnungen und Gesetze praktiziert. Seit Jahren. Leider.
Im Falle der letzten großen Tabaksteuererhöhungen war genau das dann auch ein deutlicher Schuss in die falsche Richtung. Mit dem Ergebnis, letztlich sogar weniger Steuern als vorher eingenommen zu haben.
Nein, so darf es nicht mehr weitergehen!!
Doch solange “die” (Regierenden) nicht langsam anfangen, den “einfachen” Menschen auf der Straße wieder in den Blick zu bekommen und die “realen” Belastungen des einzelnen Bürgers dieses Landes zu erkennen, solange wird es kurz vor Zwölf stehen. Kurz vor Zwölf, ab sich die Menschen in diesem Land nicht mehr weiter in die Taschen greifen lassen und den Aufstand proben. So wie das in anderen Ländern schon häufiger zu einzelnen Themen der Fall war. Man denke an die besetzten Tankstellen in Frankreich wegen der extrem hohen Kraftstoffpreise.
Warum nicht auch mal in Deutschland? Warum lassen wir uns so viel gefallen und “murren” nur vor uns hin, anstelle mal wirklich auf den Tisch zu hauen? Aus Angst? Aus Tradition? Weil wir noch Geld haben?
Vergleicht man hierzu mal die Aussagen der Regierungen und der Menschen in diesem Land im Vergleich zu anderen Nationen (gerade auch die “beliebten Nachbarn” innerhalb Europas), wird ein Stück weit klar, dass es uns eigentlich doch noch gut geht:
Die Regierung vergleicht gerne diverse Belastungen, wie z. B. die Höhe der Mehrwertsteuer, mit denen anderer Länder und da sind wir “angeblich” noch gut dran.
Von denen spricht aber keiner von dem Einkommensschnitt hier und in dem Land, mit dem wir verglichen werden!!
Und den ggf. unterschiedlichen weiteren Belastungen, die hier wie dort existieren.
Also das “reale” Nettovolumen der Menschen hier und in anderen Ländern wird selten bis gar nicht erwähnt.
Und das gleicht ist eine Entmündigung und Bevormundung aller Menschen, die hier leben und bezahlen müssen.
Ich kenne zwar selber die “realen” Einkommensunterschiede zwischen den Ländern nicht, aber genau das ist ja der Punkt: Solange man das nicht weiß, sollte man nicht vergleichen. Und das machen aber die Regierenden zu gerne und immer nur für einen Teil der staatlichen Belastungen, anstelle das “Gesamtbild” zu vergleichen.
So stellt man sich doch schon zwangsweise die Frage: Hat ein Schwede mit einer (deutlich) höheren Mehrwertsteuerbelastung auch wirklich weniger Geld in der Tasche, als der Deutsche?
Ich weiß das nicht und daher sollten auch alle anderen Menschen, die das nicht wissen, hierzu einfach mal den Mund halten und keine Vergleiche anstellen, um höhere Steuern und Abgaben zu rechtfertigen. Denn das ist dann genau kein möglicher Grund dafür!!
Zuletzt noch ein Wort zu den Arbeitslosen in unserem Land, weil mich das persönlich betrifft, wenn gleich auch nur indirekt:
Um als Arbeitsloser Bezüge (eher: “Unterstützung”) vom Staat zu erhalten, werden ihm “Zumutbarkeiten” auferlegt, die schon haarscharf als Verletzungen der Menschenrechte durchgehen könnten.
Auch werden diverse Artikel des Grundgesetzes fast schon mit Füßen getreten, so wie z. B. die freie Berufswahl mit dem Entzug des Arbeitslosengeldes bestraft wird, wenn man eben nicht die vorgeschlagene Arbeit annehmen will oder sich zumindest darum bewirbt, die man nicht ausüben möchte und auch sogar nicht erlernt hat.
Nein, es kommt noch besser:
Es existiert genau genommen ein “Arbeitszwang”, der dazu führt, dass man sogar für 1 EUR die Stunde arbeiten muss, um nicht Gefahr zu laufen, gar kein Geld mehr zu bekommen.
Und das auch nur in dem Fall, wenn man unverschuldet arbeitslos geworden ist und zuvor sogar nicht selten jahrelang bereits in die Arbeitslosenkassen eingezahlt haben. Denn wer selber kündigt, bekommt ja nicht automatisch Arbeitslosengeld!!
Der Staat nennt das “Solidarprinzip”, also einer zahlt, sofern er kann, für andere und nicht für sich selber.
Ich nenne das eher unzumutbar, wenn man jahrelang für andere bezahlt und im Falle eines Falles Antrag über Antrag ausfüllen und (je nach “Laune” der örtlichen Arbeitsagentur – mit welchem Namen auch immer) Gespräche, teilweise schon als Schikane anmuten lassende Maßnahmen man zu kämpfen hat, um seine lebensnotwenigen Gelder zu erhalten.
Ja, klar muss man als Arbeitsloser auch etwas tun, um seine “Unterstützung” zu erhalten, aber mit diesen (Un)Zumutbarkeiten?
Muss so z. B. ein IT-Fachmann ein IT-Kurs belegen, den er selber leiten könnte?
Muss sich eine alleinerziehende Person auf Stellen bewerben, die von vornherein keine Arbeitszeit ermöglichen, in der der Nachwuchs auch wirklich kindgerecht untergebracht werden kann?
Muss man “Fortbildungsmaßnahmen” auferlegen, die nicht der Integration in das Berufsleben dienen, wie z. B. Rechtschreibkurse für ehemals kaufmännisch Angestellte?
Muss man diese Fortbildungsmaßnahmen durch Personen durchführen lassen, die eher unmotiviert den “Stoff” vermitteln, so dass der “Lerneffekt” eher gleich Null ist?
Sollen denn Unternehmen nicht eher reglementiert werden, um nicht 99% der Belegschaft (das 1 % ist der Chef) als Geringverdiener zu beschäftigen, ohne Aussicht auf Absicherung in den Sozialsystemen gerade auch in Bezug auf die spätere Rente?
Dazu sollten die Unternehmen auch stärker geprüft werden, wenn sie Stellen immer und immer wieder neu besetzen wollen. Denn: Verdienen oder ergaunern sie sich dann Zuschüsse vom Staat durch schlechte oder mangelhafte Personalführung?
Und warum gibt es immer noch Berufe und Stellen, in denen weniger gezahlt wird, als der einzelne Mensch z. B. durch das Arbeitslosengeld bekäme; mal alle legalen und möglichen Zuschläge mit eingerechnet?
Man könnte so auch noch unendlich weitere Punkte aufführen, letztlich bleibt aber eine Frage übrig:
Ist das alles noch sozial gerecht?
Ja, klar, die “Hartz-Reformen” der Arbeits- und Sozialgesetze waren damals nötig. Bestreitet im Grunde ja auch keiner.
Aber man hätte diese auch zu Ende denken müssen und nicht, so wie es den aktuellen Anschein hat, in vielen Punkten keine eindeutige Klärung oder Definition herbeigeführt zu haben.
Kurzum:
Das Jahr 2010 wird wirtschaftlich gesehen kein einfaches Jahr und viele Menschen sehen nicht gerade rosigen Zeiten entgegen. Sei es als bereits Arbeitsloser oder mit der Gefahr dessen arbeitend.
Hoffen wir alle zusammen, dass sich die Lage bessert, aber das liegt nicht allein an den Menschen in der “Masse”, sondern und gerade auch an den Menschen an der “Spitze” der Gesellschaft.
