Entscheidet man sich, ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist das bereits eine Herausforderung.
Abgesehen von den gesetzlichen Hürden und Vorschriften, die man erfüllen muss, setzt man sich sofort mit allen Behörden, die das Unternehmen betreffen auseinander.
Davon abgesehen gibt es aber auch noch ganz andere Probleme, nämlich privater Natur.
So hat der Lebenspartner zwar Verständnis dafür, dass man selbstständig arbeitet und damit Geld verdient. Dennoch ist die Zeit, die man in der Selbstständigkeit mit der Arbeit verbringt, meist deutlich länger, als in nichtselbstständiger Anstellung.
Und das belastet schon enorm, gerade, wenn auch so das ein oder andere Wochenende nicht als Erholung oder mit einem Ausflug geplant, sondern in Arbeit untergeht.
Der Spagat zwischen Arbeit, Familie, Privatleben und anderen Dingen fällt somit deutlich schwerer, als würde man sich “nur” auf eine Arbeit konzentrieren, die zeitlich geregelt und (weitgehend) planbar erledigt wird.
Bleibt dennoch aus Sicht des Unternehmers, weiterhin Umsatz generieren zu können, um das Unternehmen nicht wieder schliessen zu müssen, weiterhin aber auch das Verständnis seiner Liebsten zu erhalten, wenn es mal mit der Freizeitplanung nicht funktioniert, wenn ein grösserer Auftrag “Überstunden” verlangen und auch das Wochenende einnehmen.
Aus Sicht des Menschen würde man so manche Tage alles stehen und liegen lassen und ausbrechen.
Der Kunde sieht das aber komplett anders und erwartet eine prompte und zügige Erledigung des Auftrages.
Und wenn man bis hierher nicht schon genug Punkte unter einen Hut gebracht hat, stehen noch die Behörden und Ämter auf der Matte, die ebenfalls (gesetztlich vorgeschrieben oder einfach nur verlangt) bedient werden wollen.
Schlägt man sich z. B. mit dem aktuellen Problem der nicht durchführbaren elektronischen Steuererklärung für das vergangene Jahr herum, wird man dazu auch noch nervöser, je näher Vorauszahlungstermine und Erklärungsfristen näher rücken. Muss man doch im Falle eines Falles sich proaktiv, bzw. eben selbstständig um eine Lösung kümmern, denn es hilft ja einem Selbstständigen keiner mehr, ohne nicht selber Geld zu verlangen.
Heile, chaotische und verrückte Welt eben, aber der Schritt lohnt sich, wenn man vernünftige Konzepte und Zukunftsideen hat. Daher kann auch nur jedem Mut zugesprochen werden, seine Fähigkeiten und Talente selbstständig einzusetzen, wenn alle anderen Rahmenbedingungen auch stimmen könnten und nur noch der innere “Schweinehund” dem im Wege steht.
Denn: Selbstständigkeit bedeutet auch die Verantwortung sich selber gegenüber und die Selbstmotivation, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Mit allen Schwierigkeiten und Hindernissen, die zusammen eher als Herausforderung anstatt Hürden zu sehen sind.
Alles andere kann eben das “Arbeits”-Tier in einem Menschen besser wecken, als eine eigene kleine bescheidene Firma, aus der sich auch schnell mal ein Konzern entwickeln kann. Und das befriedigt, macht stolz und erlaubt ungeahnte Möglichkeiten.
Auch wenn dieser Schritt nicht immer einfach mit dem Privatleben zu vereinbaren ist, gibt es letztlich dennoch immer eine Lösung. Und sei es für ein wieder mal freies Wochenende, ganz für seine Liebsten, die man dann aber so richtig verwöhnen kann…